Freitag, 6. Dezember 2013

Kürbis mal süß: Pumpkin-Cinnamon-Rolls oder Zimtschnecken mit Kürbis




Pumpkin Cinnamon Rolls


Endlich habe ich es geschafft etwas Süßes mit Kürbis zu machen. Was für Merkel das Internet, sind für mich süße Kürbisrezepte: Neuland. 
Ich habe schon Viele gelesen, aber noch nie eines davon zubereitet und auch noch nie einen Pumpkin Pie oder den legendären Pumpkin Spiced Latte probiert. 
Inzwischen war ich aber richtig neugierig, und als ich das Rezept für diese Zimtschnecken mit Kürbis auf dem Blog von Pioneer Woman Ree Drummond gefunden habe, war die Sache geritzt. Mein letztes Kürbispüree habe ich extra komplett neutral eingekocht, so war ich direkt gewappnet und hatte sogar alle Zutaten im Haus. Überraschenderweise sogar genug Butter. Ich weiß nicht ob der extreme Butterkonsum nur ein Spleen von Ree Drummond ist, oder generell in amerikanischen Backrezepten mehr Butter verwendet wird. Sicher ist, dass die kleinen Rolls nichts für die schlanke Linie sind. Aus kalorientechnischen Gründen (okay, und aus Zeitmangel) habe ich kein Frosting oder Glaze auf die Cinnamon-Rolls gegeben. Am Backtag hat das nichts ausgemacht, ich vermute aber dass sie mit einem von beiden länger saftig geblieben wären.
Leider ist bei meinem Erstversuch der Hefeteig nicht ganz so schön aufgegangen, aber sie haben trotzdem fantastisch geschmeckt.

Zutaten:

Teig:
1 Cup Kürbispüree
1-1 1/2 Cups Milch
1/2 Cup neutrales Öl
1/2 Cup weißer Zucker
1 Päckchen Trockenhefe (entspr. 2 1/4 TL)
4 Cups Mehl
1/2 TL Zimt
1/2 TL Muskat
1/2 TL gemahlener Ingwer
1/2 Cup Mehl zum später einarbeiten
1/2 TL Baking Soda/ Natron
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Salz (ups, mir fällt gerade auf dass ich den vergessen habe…)

Füllung:
1 Stick and 1/2 Cup Butter - ich habe ungefähr 150-175g Butter genommen, aber das war wirklich ganz schön viel
1/2 Cup Zucker
1/2 Cup brauner Zucker
1/4 TL Zimt
1/4 TL Muskat
1/4 TL gemahlener Ingwer
1 Cup gehackte Pekannüsse

Glaze oder Frosting:
Z.B. ein Zuckerguss aus Milch und Puderzucker
oder ein Frosting aus Frischkäse, Milch, Butter und Puderzucker


Eine große Hilfe zum Backen von amerikanischen Rezepten ist u.a. diese Tabelle von Gabi von USA kulinarisch.


Zubereitung:

Teig zubereiten
In einem ausreichend großen Topf Milch, Öl und Zucker vermischen und erhitzen, jedoch nicht zum kochen bringen. Den Topf vom Herd nehmen und soweit abkühlen lassen, dass die Mischung zwar noch warm aber nicht mehr allzu heiß ist. 
Und jetzt kommt der Punkt, der vielleicht der Grund sein könnte weshalb der Teig nicht vernünftig aufging. Ich habe mich an's Rezept gehalten und die Hefe in die warme Flüssigkeit gegeben und kurz gewartet. Auf der Packung der Trockenhefe stand allerdings dass man die Hefe einfach mit dem Mehl vermischen soll. Naja, ich werd's beim nächsten Mal andersrum ausprobieren.
Auf jeden Fall kommt jetzt das Kürbispüree mit in die warme Milch und wird verrührt bis alles eine homogene Mischung ist.






Jetzt kommt der zweite Punkt der vielleicht schuld war (oder es war einfach Hefeteig-Pech, gibt's ja auch). Das Rezept sieht nämlich vor, das mit Zimt, Ingwer und Muskat vermischte Mehl nach und nach zu den flüssigen Zutaten zu geben und zu einem Teig verrühren. Ich habe es andersrum gemacht. Finde ich nämlich praktischer, so kann ich den Teig mit der Küchenmaschine mixen.




Egal in welcher Reihenfolge ihr den Teig nun zubereitet habt, jetzt geht es weiter wie bei jedem Hefeteig: Er kommt für eine Stunde an einen warmen, zugfreien Ort um zu aufzugehen.
Nach der Stunde kommt die letzte 1/2 Cup Mehl zusammen mit Backpulver, Natron und Salz zum Teig.

Füllung
Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen und währenddessen die Gewürze und den Zucker vermischen und die Pekannüsse hacken.

Zimtschnecken fertig machen
Ofen auf 190° vorheizen.
Den Teig auf einer gut bemehlte Oberfläche zu einem großen ca. 20 cm breiten "Rechteck" ausrollen, mit der flüssigen Butter großzügig einstreichen so dass alles bedeckt ist. Nun mit der Zuckermischung und den Nüssen bestreuen und vorsichtig mit beiden Händen aufrollen - hierfür ist die bemehlte Oberfläche besonders wichtig, sonst bleibt der Teig kleben und es werden Löcher hineingerissen. 




Wenn die lange Rolle fertig ist, mit einem scharfen Messer in ca. 2-3 cm dicke Scheiben schneiden und die Schnecken entweder mit etwas Abstand in eine gut gefettete Springform oder Auflaufform geben, oder auf ein Blech mit Papiermuffinförmchen geben. Ich habe mich hauptsächlich für letzteres entschieden, so sind die Teilchen gleich einzeln portioniert.



Pumpkin Cinnamon Rolls in muffinpapers



Wenn ihr die Rolls glasieren oder mir Frosting überziehen wollt, gebt den Zuckerguss direkt auf die warmen Zimtschnecken so dass er in alle Rillen und Lücken laufen kann bzw. streicht das Frosting darauf. 
Und als letztes versteckt ihr eure Waage und genießt die Pumpkin-Cinnamon-Rolls einfach! 





Guten Appetit und einen schönen Nikolaustag!



Dienstag, 26. November 2013

Markklößchen, ein entstaubter Klassiker

Meine wirklich allerliebste Suppeneinlage sind Markklößchen. 
Schon seit frühester Kindheit liebe ich die Markklößchensuppe von meiner Oma. Immer Samstags um Punkt Zwölf gab es bei meinen Großeltern "Samstagssuppe" mit Brötchen. Und auch wenn meine Oma jedes Mal fast entschuldigend sagte "Bei uns gibt's awwer heut nur Supp!", für mich war und ist die Samstagssuppe immer ein Highlight. 
Achtung, jetzt wird es für viele etwas gruselig, aber zu einer richtigen Samstagssuppe gehört ein Wasserweck mit grober Leberwurst der dann in die Suppe getunkt wird. Bei meinem Opa auch noch ordentlich Maggi, aber da so was nicht über unsere Küchenschwelle kommt gibt es die Samstagssuppe jetzt ohne Maggi. Das esse ich heute noch so und dafür würde ich (fast) alles Andere ohne weiteres stehen lassen. So, jetzt isses raus - mein guilty pleasure-Essen. Einzige würdige Alternative: Markklößchen und Weckbröckelscher (=Croutons) oder (eigentlich und/oder) Suppennudeln. 
Da ich jetzt aber in Mainz wohne und Oma und ihre Markklößchensuppe mehr als nur ein paar Treppenstufen entfernt sind, muss da eine andere Lösung her. Anfangs habe ich regelmäßig Markklößchen-Carepakete mitbekommen, die ich dann einfach auftauen konnte. Inzwischen habe ich Omas Rezept für Markklößchen mitgeschrieben und nach und nach schmecken sie immer mehr wie daheim. 

Gerade jetzt wo es langsam richtig Winter wird und die Tage immer kürzer und kälter, finde ich es toll auch ein paar Markklößchen im Gefrierfach zu haben um mir ganz schnelle eine leckere wärmende Suppe machen zu können.


Markklößchensuppe


Ich friere die Klößchen gerne so ein, dass ich sie später einzeln aus dem Beutel entnehmen kann. Unser Gefrierfach ist sehr klein, deshalb habe ich meist nur für eine kleine zusätzliche Dose mit Deckel Platz, in der ich die Markklößchen nach und nach anfriere bevor ich sie in den Beutel gebe. So kleben sie nicht zusammen. Meine Markklößchensuppe möchte ich gerne bei Julias Event "Entstaubte Klassiker" einreihen, auch wenn ich am Rezept nicht wirklich etwas verändert habe. Denn ich habe noch nirgends so leckere Markklößchen wie bei meiner Oma gegessen und die gehören meiner Meinung nach ordentlich entstaubt und viel öfter aufgetischt!
Außerdem, welches Event würde sich besser eignen um auch hier im Blog mal wieder ordentlich durchzupusten und frisch entstaubt loszulegen?!


Zutaten:

Markknochen vom Rind bzw. nur das Knochenmark wenn ihr es beim Metzger so bekommt
Brötchen vom Vortag (etwa ein halbes Brötchen pro 30g Mark)
Evtl. etwas Milch zum Einweichen
1 Eigelb, evtl. ein Wenig vom Eiweiß
Etwas Weckmehl/Semmelbrösel
Petersilie, fein gehackt
Muskat, Salz



Zubereitung:

Das Brötchen in etwas Milch oder Wasser einweichen und beiseite stellen.
Nun das aus den Knochen gedrückte Mark in einer Pfanne zerlassen. Wenn das nicht klappt, entweder mit einem kleinen Löffel nachhelfen oder den ganzen Knochen bei niedriger Hitze mit in die Pfanne geben und das erwärmte Mark dann mit einem Löffel herauskratzen. 

Ist alles Mark zerlassen, durch ein Sieb mit Passiertuch oder Küchnkrepp geben um eventuelle Knochensplitterchen herauszufiltern. 


Wenn ich viele Knochen habe, lasse ich oft einen ganzen Schwung Mark auf einmal aus und verteile es in kleine Gefäße, so hält es sich im Kühlschrank eine ganze Weile, lässt sich aber auch gut einfrieren. Auch bereits durchgesiebtes Mark sollte noch einmal erwärmt werden, ist es noch kalt verändert ihr die Konsistenz der Klößchen so dass sie in der heißen Suppe einfach zerfallen (been there, done that…).



Die eingeweichten Brötchen gut ausdrücken und zusammen mit dem Eigelb, der gehackten Petersilie und Muskat sowie Salz zum Knochenmark geben. Mit der Menge auf den Fotos habe ich eine ganze Großproduktion gestartet! Ein Eigelb und eventuell etwas Eiweiß reichen für ein halbes Brötchen und ca. 30g Mark - das entspricht ungefähr der Menge aus zwei Markknochen wie sie in Rinderbeinscheiben sind. Bei Markklößchen wie bei anderen Klößen ist es immer auch ein bisschen Gefühlssache die richtige Konsistenz zu finden.

Achtung, bevor ihr mit dem verkneten loslegt, stellt euch schon mal die Dose mit dem Weckmehl und einem Löffel drin bereit. Die Finger werden vom verkneten ordentlich fettig und klebrig! Jetzt geht's los, alles ordentlich durchkneten und miteinander vermengen und nach und nach so viel Weckmehl dazu geben, dass sich aus der Masse gerade Klößchen formen lassen. Sollte sie zu trocken sein, noch etwas Eiweiß dazu geben.


Suppeneinlage


Ich kühle die Markklößchen danach erst gut im Kühlschrank (oder bei dem Wetter auf der Fensterbank) durch und friere sie dann in einem Beutel ein.
Und wenn ich dann besonders durchgefroren bin, nehme ich sie aus dem Gefrierfach, lasse sie in der simmernden Brühe durchziehen und fühle mich wieder wie in Omas Esszimmer :-)





Danke Julia, dass du mich mit dem Event endlich motiviert hast mal wieder Markklößchen zu machen und einigen alten Rezepten noch mal auf den Zahn zu fühlen. Eine tolle Idee von einer ganz tollen Bloggerin! Ich bin sehr froh dass du deine Blog-Unlust verworfen hast und weiter machst!
Und Danke Oma, für das Rezept und 26 Jahre Samstagssuppe :)








Dienstag, 30. Juli 2013

Abwesenheitsnotiz...

... oder auch Lebenszeichen.

Ich weiß dass es hier in der letzten Zeit sehr ruhig geworden ist, aber der Unistress hat mich voll in seinen Fängen.

In drei bis vier Wochen lichtet sich hier Alles und dann wird auch wieder mehr gekocht und gebloggt. Ich freu mich schon riesig und habe jede Menge Ideen ;o)

Bis dahin schaut doch mal bei Facebook oder Instagram vorbei, hier gibt es ab und zu trotzdem ein paar Kleinigkeiten und Bilder aus der lumi kuke.

Liebe Grüße!

Montag, 1. Juli 2013

Holler die Waldfee, die 2. - Holunderblütengelee

Und noch schnell hinterher gibt es das unglaublich leckere Holunderblütengelee.
Wie Juliane von Schöner Tag noch, habe ich dieses Gelee auch in der aktuellen "So is(s)t Italien entdeckt" und bin unheimlich froh es ausprobiert zu haben! Ich habe ein paar Dolden mehr genommen als im Heft standen und das Gelee ist wirklich köstlich geworden! Ein kleiner Rest hat nicht mehr in die Gläser gepasst und ich hab ihn direkt aus dem Topf gelöffelt, so lecker war es. Frisch, süß, säuerlich und ein ganz tolles Holunderblütenaroma. Ich hatte erst ein wenig Bedenken dass der Apfel- und Orangensaft die Holunderblüten übertönen könnten, aber das ist gar nicht der Fall. Das Gelee ist ganz wunderbar ausgewogen, es schmeckt toll nach Holunderblüten ohne aufdringlich zu sein. 
Also auf, auf, die letzten Holunderblüten sammeln!


Elderflower Jelly


Zutaten

15 Holunderblütendolden
1 Bio Orange
1 Bio Zitrone
250ml Apfelsaft
500ml Wasser
500g Gelierzucker 2:1

Zubehör
Schüssel mit Deckel, Topf


Zubereitung

Wie schon beim Holunderblütensirup beschrieben, die Blüten ausschütteln,  kleine Tierchen entfernen und in eine Schüssel geben.
Orange und Zitrone gründlich waschen und trocken reiben, danach die Schale von beiden abreiben und zu den Holunderblüten geben. Jetzt werden beide Früchte ausgepresst und der Saft zusammen mit 250ml Apfelsaft und 500ml Wasser über die Holunderblüten gegossen. Eventuell solltet ihr nun die Blüten noch mal mit einem Kochlöffel unter die Flüssigkeit drücken. 
Dieser Ansatz bleibt nun über Nacht stehen.

Am nächsten Tag den Ansatz durch ein mit einem Passiertuch ausgelegtes Sieb geben und die Blüten wirklich ordentlich ausdrücken, da kommt noch ganz viel aromatischer Saft raus!
Den Saft mit dem Gelierzucker verrühren und nach Packungsanleitung für ca. 4-5 Minuten aufkochen, und nach der Gelierprobe in sterilisierte Gläser füllen.  


Elderflower Jelly


Guten Appetit!

Mittwoch, 26. Juni 2013

Holler die Waldfee, die 1. - Holunderblütensirup

Mensch, jetzt wird es aber auch Zeit! Bei saisonalen Rezepten muss ich mich doch noch etwas mehr ranhalten. Aber beim Spazieren gehen habe ich gestern noch ein paar Holunderblüten gesehen, ihr könntet also noch ganz fix loslegen ;-)


elderflower sirup
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Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt Holunder- (oder Holler-)blüten gesammelt! Ich bin da tatsächlich ein bisschen stolz auf mich :-D 
Denn fest geplant war der Sirup ja im Küchenkalender, allerdings brachten sowohl meine botanische Unkenntnis (Wie sieht ein Holunder eigentlich aus??) sowie meine nicht vorhandene Ahnung wo ich ihn denn finden könnte, wenn ich ihn erkennen würde, die Sache noch mal ins schwanken. Der Zufall wollte es, dass der atF beim gemeinsamen Radfahren auf einmal meinte: "Schau mal hier, alles voller Holunderblüten! Du wolltest doch Sirup machen, oder?" Wenigstens einer von uns kann also zuverlässig Laub- von Nadelbaum unterscheiden. Hochmotiviert hab ich mich am nächsten Tag mit Schere und großer Tüte bepackt wieder auf's Rad geschwungen und eine ganze Ladung Holunderblüten gesammelt :)
Also, zieht los und sammelt auch noch welche, denn dieser Sirup ist richtig lecker und in den nächsten Tagen gibt es auch noch das Rezept für ein Holunderblütengelee!



Holunderblütensirup mit Zitrone - selbst gemacht


Zutaten für etwa 3l Sirup:

3l Wasser
2kg Zucker
40-50 Holunderblütendolden (ich hatte 43)
2 Bio Zitronen
50g Zitronensäure


Zubehör:

Ein Topf für den Zuckersirup
Eine große Schüssel oder einen großen Topf mit Deckel um den Sirup ziehen zu lassen
Sterilisierte Flaschen (10 Min bei 100° in den Backofen, Deckel entsprechend in kochendes Wasser geben)


Zubereitung

Als erstes den Zuckersirup aufsetzen, damit er Zeit zum abkühlen hat. Wasser und Zucker in einen Topf geben, aufkochen und für 10 Minuten köcheln lassen. Danach abkühlen lassen.

Die Zwischenzeit kann man gut nutzen um dafür zu sorgen dass der Sirup wirklich vegetarisch wird: Die Blütendolden ausschütteln und gründlich von allem Getier befreien.

In der aktuellen "So is(s)t Italien" heißt es in der Anleitung man solle die Blüten waschen und vorsichtig trockentupfen, auf sämtlich Blogs liest man ausschütteln, sonst geht mit dem Blütenstaub so viel Aroma verloren... Ich habe mich an die Blogger gehalten, da die meisten ja regelmäßig Hollersirup herstellen und ich einfach mal glaube dass irgendwer mal einen Vergleichstest gemacht hat, der diese Behauptung unterstützt. Meine Sammelstelle war aber auch wirklich günstig gelegen, fernab von größeren Straßen, so dass ich auch kein schlechtes Gefühl dabei hatte die Dolden nicht zu waschen.
Nun die Zitronen heiß abwaschen, trocken reiben und in dünne Scheiben schneiden. Zusammen mit der Zitronensäure zu den Holunderblüten geben und mit dem abgekühlten Zuckersirup übergießen. 



Nun den Ansatz abgedeckt 3 Tage stehen lassen. Hier habe ich ebenfalls die verschiedensten Angaben gefunden - von 5 Tagen in der Sonne bis zu 2 Tagen im Kühlschrank - und habe mich für einen Mittelweg entschieden: Mein Sirup stand 3 Tage abgedeckt in der Küche und es hat alles gut geklappt.

Ich hab übrigens nach Tag 1 schon mal ein Löffelchen probiert und BOAH, es war echt schwer den Ansatz dann noch zwei weitere Tage stehen zu lassen ;-)
Nach drei Tagen wird der Sirup durch ein Tuch gegeben um alle Blütenteile rauszufiltern und noch mal für ca. 10 Minuten sprudelnd aufgekocht.
Danach noch heiß in ebenfalls heiße, sterilisierte Flaschen füllen - fertig!
Jetzt kann es losgehen mit Holunderwasser, Hugo oder -  und den werde ich die Tage noch ansetzen! - mit Julianes Holunderblütensenf.



Der erste Hugo mit eigenem Sirup war schon mal oberlecker!

lumi kuke
Hugo: Sekt, Mineralwasser, Holunderblütensirup, Eis und etwas Minze


Den neuen Punkt "Zubehör" habe ich mit übrigens bei Julia von German Abendbrot abgeguckt. Mir geht's nämlich oft so, dass ich ein Rezept nur ganz kurz überfliege und nachher feststelle dass mir ein entscheidendes Gerät fehlt oder dass ich alles noch mal irgendwie umfüllen muss...


Lasst es euch schmecken!



Donnerstag, 13. Juni 2013

Apfel-Einkorn-Muffins

Gestern war ein guter Tag für Silikonbackformen und mich. Nachdem morgens die Muffinförmchen aus Silikon, die ich bei Ela gewonnen habe, ankamen, wollte ich die hübschen Teilchen natürlich auch direkt ausprobieren. Wie macht ihr das mit Silikonmuffinförmchen, stellt ihr sie trotzdem in ein Muffinblech oder kommen die dann bei euch direkt auf ein Backblech?
Ich habe sie heute noch wie immer ins Muffinblech gestellt, aber ich habe das Gefühl dass diese etwas formstabiler sind als die anderen die ich habe. Nächstes Mal werden die neuen Lurchis direkt auf's Blech gestellt.

Und das nächste Mal kommt sicher bald, denn ich war vom Ergebnis meines Spontanbackens schwer begeistert. Nicht nur sind meine Freestyle Apfelmuffins superlecker geworden, sie sind auch aus den Förmchen geflutscht wie noch nie. Obwohl ich die neuen Förmchen nur ausgespült habe und sie weder gefettet noch bemehlt waren. Am Ende werde ich doch noch ein Silikonformenfan. Auch meine Minigugl-Form verhielt sich heute absolut vorbildlich: Auf die schnelle bemehlt, als ich feststellte dass Teig übrig bleiben würde, gab es auch hier keine Verluste und alle Minigugl kamen heil aus Form :o)
Die Muffins selbst gehen ganz fix, ich habe sie ganz klassisch hergestellt: Trockene und feuchte Zutaten zuerst getrennt vermischt und danach zügig zu einem Teig verrührt. So dauert es nur knapp 10 Minuten bis die Muffins im Ofen sind.





Zutaten
2 mittelgroße Äpfel (ca. 250g ohne Kerngehäuse)
60g Einkornflocken
200g Mehl (ich habe 100g Typ 550 und 100g Vollkornmehl genommen)
110g Rohrohrzucker
40g selbstgemachter Vanillezucker
Zitronenpulver oder Zitronenöl
1,5 TL Backpulver
0,5 TL Natron
1 großes Ei
50g Buttermilch
150g Naturjoghurt 3,5% Fett
50g saure Sahne
50g Frischkäse
50g Pflanzenöl
Wer mag: Gehackte Mandeln zum Bestreuen


Zubereitung:

Eigentlich ist mit dem kurzen Satz oben schon alles gesagt ;-)
Backofen auf 180° vorheizen und Förmchen vorbereiten.
In einer Schüssel (sie sollte groß genug für den kompletten Teig sein) werden alle trockenen Zutaten vermengt, in einer anderen alle feuchten Zutaten gut verrührt. Die Einkornflocken könnt ihr auch gegen andere Flocken austauschen. Wer keinen selbstgemachten Vanillezucker hat, nimmt 150g normalen Zucker plus 1 Päckchen Vanillezucker und, falls vorhanden, 1 TL Vanilleextrakt.
Falls ihr euch über die bunte Mischung an Milchprodukten wundert: Ich habe erst mal Reste aufgebraucht. Das Ergebnis war aber richtig lecker, vielleicht mische ich in Zukunft öfter so wild. Wenn ihr nicht mixen wollt geht das sicher auch, achtet nur darauf dass der Fettgehalt grob gleich bleibt.
Die geraspelten Äpfel auf die trockenen Zutaten geben, die feuchten Zutaten dazu geben und alles zügig mit einem Löffel zu einem Teig verrühren. Direkt in die Förmchen geben, wenn ihr mögt mit gehackten Mandeln bestreuen und bei 180° für 30-35 Minuten (Stäbchenprobe) backen. Die Minigugl brauchen nur etwa 20 Minuten bei 180°.



Minigugl


Guten Appetit!




Dienstag, 11. Juni 2013

Hummus Kawarma: Hummus mit Lamm und Zitronensauce

Dieses Rezept ist das erste das ich aus Ottolenghis "Jerusalem" nachgekocht habe und ich bin begeistert. Ich fand das Kochbuch vom ersten Durchblättern an richtig toll und es hat seitdem eine ganze Menge Zettelchen darin kleben. Nachdem ich es mir schon ziemlich lange vergenommen hatte, war das auch endlich die richtige Gelegenheit für mich Hummus zu machen.
Das Hummus Kawarma war für mich eine ganze Fülle an neuen und ungewohnten Geschmacksnuancen, ganz spannend - wie Urlaub im Mund :) Auch der ATF fand es total lecker und ich habe es inzwischen schon ein zweites Mal gemacht. Für dieses Rezept war ich wieder einmal bei dem türkischen Supermarkt in unserer Nähe einkaufen, der auch eine große Metzgereitheke hat und mir das Lamm direkt vor Ort gewolft hat. Das Tahini habe ich dort auch gekauft, aber später habe ich es auch bei Alnatura entdeckt.
Die Mengen sind laut Ottolenghi eigentlich für 6 Personen, allerdings als Vorspeise/ Zwischenmahlzeit. Ich habe die Mengen ziemlich so übernommen, das ergab dann zwei reichliche Portionen als Hauptspeise. Außerdem gab es bei uns noch einen ganz einfachen Joghurtdip dazu, der das Ganze noch mal etwas frischer gemacht hat und auch einfach lecker mit dem Fladenbrot zu dippen war.


Hummus Kawarma

 
Zutaten

Hummus:
250g Kichererbsen, trocken
1 TL Backnatron (für's Kochwasser)
270g helles Tahini (Sesampaste)
4 EL Zitronensaft
4 Knoblauchzehen, zerdrückt
1 1/2 TL Salz
100ml eiskaltes Wasser
2 EL Pinienkerne

Kawarma:
250g Lammhackfleisch
1/4 TL schwarzer Pfeffer, gemahlen
1/4 TL weißer Pfeffer, gemahlen
1 TL Piment, gemahlen
1/2 TL Zimt
1 kräftige Prise Muskatnuss
1 TL getrockene Za'atar- oder Oreganoblätter, zerrieben
1 EL Weißweinessig
1 EL gehackte Minze
1 EL gehackte glatte Petersilie
1 TL Salz
Zum Anbraten:
1 EL Ghee (oder geklärte/ gebräunte Butter)
1 TL Olivenöl

Zitronensauce:
10g glatte Petersilie, fein gehackt
1 grüne Chilischote, fein gehackt
4 EL Zitronensaft
2 EL Weißweinessig
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
1/4 TL Salz

Joghurtdip:
Naturjoghurt (250g/2 Personen)
Salz
Kreuzkümmel


Zubereitung

Das Hummus erfordert, wenn getrocknete Kichererbsen verwendet werden, die längste Vorbereitung bzw. Planung, da die Kichererbsen am Vorabend gewaschen und mit der doppelten Menge Wasser über Nacht eingeweicht werden müssen.
Fertig eingeweichte Kichererbsen - seht ihr
mich im Schüsselrand? ;-)

Am nächsten Tag werden die Kichererbsen abgegossen und danach zusammen mit dem Backnatron in einen Topf gefüllt und ca. 3 Minuten unter Rühren erhitzt. Ca. 1,5l Wasser angießen, das ganze aufkochen und abschäumen. Die Kichererbsen nun zwischen 20 und 40 Minuten kochen lassen - sie sollten sich am Ende der Kochzeit sehr einfach mit den Fingern zerdrücken lassen.
Die abgegossenen Kichererbsen nun in der Küchenmaschine pürieren und nach und nach Tahini, Zitronensaft, Knoblauch und Salz dazu geben. Als letztes das kalte Wasser langsam dazu gießen und so lange rühren bis das Hummus eine glatte, cremige Konsistenz hat.
Das fertige Hummus in eine Schüssel geben, abdecken und für mindestens 30 Minuten ruhen lassen. Bei Bedarf nach der Ruhezeit bis zur Verwertung in den Kühlschrank geben (in diesem Fall nicht vergessen es rechtzeitig wieder raus zu nehmen!).

Für das Kawarma alle Zutaten gründlich in einer Schüssel vermengen und für 30 Minuten zugedeckt im Kühlschrank durchziehen lassen. 

Hummus Kawarma
Unter all den Kräutern und Gewürzen ist auch noch Fleisch!
Und wieder mit Hannah im Schüsselrand :)

Bevor das Fleisch dann gebraten wird solltet ihr das Hummus aus dem Kühlschrank holen und auf die Schälchen verteilen. Jetzt wird auch die Sauce vorbereitet, indem einfach alle Zutaten in einen Salatsaucenshaker oder ein normales Schraubglas gegeben und gründlich vermischt werden. Für den Joghurtdip einfach die gewünschte Menge Joghurt etwas salzen und mit dem Kreuzümmel würzen bis es euch schmeckt - bei uns kam da schon richtig Kreuzkümmel dran, aber das passt wirklich prima zu dem Hummus.

Nun wird eine Pfanne auf dem Herd erhitzt, die Pinienkerne angeröstet und auf  einem kleinen Teller zwischengeparkt. Danach Öl und Ghee in der Pfanne erhitzen und das Fleisch darin nach und nach ca. 2 Minuten bei mittlerer Hitze braten. Es kann und soll innen ruhig noch ein leicht rosa sein - das klappt bei fertigem Lammhackfleisch nicht ganz so gut, aber im Rezept ist eigentlich Lammnacken angegeben den man selber von Hand fein hacken soll, funktioniert das sicher besser.
Das fertige Fleisch wird nun auf die Schüsseln aufgeteilt und mit der Zitronensauce übergossen und den Pinienkernen bestreut. Dazu schmeckt Pitabrot, Weißbrot oder Fladenbrot.


UPDATE:

Ich habe das Hummus Kawarma in einer abgewandelten Form noch einmal gemacht. Das Hummus blieb gleich, aber das Lamm war diesmal ein Lammlachs am Stück und ich habe aus der Zitronensauce und dem Joghurtdip eine Zitronenjoghurtsauce gemacht, die mir noch besser schmeckt als das Original.
Das Lamm habe ich mit Minze, Oregano, Pfeffer und Chili-Zitronen-Salz (nach Julia von German Abendbrot) gewürzt und von beiden Seiten ca. eine Minute scharf angebraten. Danach ging es zum fertig (rosa) garen für weitere 10 Minuten bei 150° in den Ofen.  



Hummus Kawarma 2.0



Guten Appetit!

Dienstag, 4. Juni 2013

In Essenheimer Rotwein versenktes Kalbsherz

"Bach konnte eine Hand erkennen, die unter der nachschießenden Dornfelder-Maische verschwand."

So endet das erste Kapitel von Andreas Wagners "Herbstblut". Mit einem, zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten, Toten in der Dornfelder-Maische in einem Edelstahlbehälter auf einem Essenheimer Weingut.
Und dieser Tote in der Maische ist die (für Manchen vielleicht etwas makabere) Inspiration für meinen Beitrag beim bibliophil-kulinarisches Blogevent im magischen Kessel.
Es geht hier darum entweder eine Buchpassage, ein Gedicht oder irgendein anderes schriftliches Werk in ein Gericht umzusetzen. Ob nun ein tatsächlich erwähntes Gericht nachgekocht wird oder frei interpretiert wird kann jeder selbst entscheiden. Ich habe das Event erst ziemlich spät entdeckt, aber es hat mir sofort gefallen und ich hatte auch schnell ein Buch bzw. eine Buchreihe im Kopf: Die Krimi-Reihe um den Bezirkspolizisten Paul Kendzierski von Andreas Wagner. Die Bücher spielen alle in der Nähe von Mainz und es geht neben den eigentlichen Fällen auch ganz viel um Wein und Winzerei. Eine Kombination die mir sehr gut gefällt. Andreas Wagner ist Winzer und Autor, beim Weingut Wagner kaufen wir fast immer unseren Wein. Und auf Paul Kendzierski trifft genau das zu, was Shermin in der Eventbeschreibung so schön formuliert: "
Die Beschreibung von Nahrung schafft oft lebendige Atmosphäre und hilft den Adressaten, sich in den Bann des Geschriebenen ziehen zu lassen. Denn zu essen ist natürlich. Die Lust darauf, der kleine Appetit, die Verführung, der brennende Hunger oder der Durst, das sind Empfindungen, die wir alle kennen".
Ich hatte also schon eine Idee, was ich ungefähr machen wollte. Bei der Suche nach der passenden Stelle, kam ich nun also hier an:






Denn ähnlich wie der bedauernswerte polnische Saisonarbeiter im Buch, versank auch mein Kalbsherz für eine ganze Weile in Essenheimer Rotwein, bis es zusammen mit Spargel wieder ans Tageslicht geholt wurde. Und auch dieser musste für 45 Minuten in einem großen Edelstahlbehälter verschwinden.
Leider habe ich natürlich genau vom versunkenen Kalbsherz kein Foto. Aber zur Geschichte passt es trotzdem!


Der Spargel hat ja zum Glück trotz fürchterlichem Wetter Saison, und wird jetzt halt mit fast schon herbstlichen Schmorgerichten gemischt. Bei grauem Wetter und Dauerregen in der Küche zu stehen und mit Rotwein abzulöschen, Fond anzugießen und dann einfach schmurgeln lassen ist schließlich auch schön. 
Den Spargel habe ich dieses Mal vakuumiert und im Wasserbad gegart. Ich habe kein richtigtes Sous-Vide Gerät, sondern habe zum Test einfach meinen Einkochtopf benutzt. Hat prima funktioniert, der Spargel war wirklich ein Traum. Ich habe Spargel noch nie so spargelig und mit so einer wunderbaren Konsistenz hingekriegt. Die Spitzen waren nicht so weich wie sie es bei im Wasser gekochtem Spargel oft sind, die Stangen waren schön bissfest aber kein bisschen zu hart oder faserig. Wir waren restlos begeistert und werden Spargel ab jetzt weiterhin so zubereiten. 
 

Zutaten:

1 Kalbsherz ca. 900g
2 Karotten
Lauch
Ein Stück Sellerie
1 Zwiebel
1 Nelke
2 Lorbeerblätter
Pimet
Schwarze Pfefferkörner
Salz
ca. 200-300ml trockener Rotwein
Kalbsfond
Gemüsebrühe
ein Stückchen dunkle (70%) Schokolade
etwas geklärte Butter oder Butterschmalz
Olivenöl

Kartoffeln
Milch
Butter
Salz

Spargel
Zucker
Salz
Ein Stückchen Butter


Zubereitung:

Das Kalbsherz muss als erstes noch mal geputzt und zum anbraten zerteilt werden, am Besten in drei bis vier Stücke. Das Gemüse ebenfalls putzen in grobe Stücke schneiden. Danach werden die Fleischstücke in einem Bräter oder großen Topf in geklärter Butter und Olivenöl von allen Seiten kräftig angebraten. Aus dem Topf nehmen und das Gemüse im gleichen Topf anbraten. 
Jetzt wird abgelöscht!

Wenn das Gemüse fertig ist, wird das Fleisch wieder in den Topf gegeben und das ganze wird ca. drei Mal hintereinander mit Rotwein abgelöscht. Bei jedem Ablöschen solltet ihr wirklich so lange warten bis die Flüssigkeit sirupartig eingedickt ist. Wenn ihr mit genug Rotwein abgelöscht habt (ganz nach eurem Geschmack), kommen der Kalbsfond, die Gemüsebrühe und die Gewürze dazu. Die Gemüsebrühe habe ich nur genommen weil ich noch ein angebrochenes Glas im Kühlschrank hatte, aber der Geschmack der Sauce am Ende war so toll und intensiv, dass ich sie beim nächsten Mal wieder nehmen würde bzw. nur gegen eine andere Brühe oder Fond austauschen würde, nicht gegen Wasser. Nun schmort ihr das Herz zusammen mit dem Gemüse für ca. 60 Minuten. Nach einer Stunde habe ich das Herz kurz aus der Flüssigkeit genommen, habe alles durch ein Sieb gegeben und die Sauce noch einmal mit Portwein eingekocht. Wenn die Sauce die gewünschte Konsistenz hat, wird das Herz wieder hineingegeben und noch einmal richtig aufgewärmt.

Der Spargel wird wie gewohnt geschält und vorbereitet. Danach direkt ein wenig Salz und Zucker auf dem Spargel verteilen und die Stangen nebeneinander liegend mit einem Stückchen Butter mit einem Vakuumiergerät einschweißen. Nun das Spargelpäckchen für 45 Minuten bei 80° im Wasserbad garen.

Das Kartoffelpüree wie gewohnt nach persönlichen Vorlieben zubereiten. Ich habe bei diesem Gericht z.B. die Muskatnuss im Püree komplett weggelassen, weil ich ein ganz einfaches und "pures" Kartoffelpüree dazu wollte.

Ich habe mir für dieses Gericht tatsächlich mal einen kleinen Zeitplan gemacht und er war tatsächlich sehr hilfreich, weil ich mich sonst immer mal wieder "verkünstele". Ich glaube das werde ich in Zukunft öfter so machen, zumindest bis ich mein Timing besser raus habe.


Liebe Shermin, herzlichen Glückwunsch nachträglich zum 4. Bloggergeburtstag, ich hoffe dir gefällt meine Interpretation von Krimi auf dem Teller!










Sonntag, 19. Mai 2013

Sommerliche Spaghetti mit Pesto und Lachs

So gerne ich auch lange in der Küche stehe und vor mich hin werkele, manchmal muss es einfach schnell gehen. Diese sommerliche Pasta ist dafür ideal. Die Idee dafür habe ich aus dem aktuellen Lecker Sonderheft Sansibar.

Im Nachhinein verstehe ich wirklich nicht, dass ich nicht schon viel früher Pesto selbst gemacht habe! Das geht wirklich so schnell und einfach und der Geschmack ist nicht mit dem zu vergleichen was man im Supermarkt in Gläsern bekommt! Da ist ja oft nur ein Hauch Pinienkerne drin, der Rest wird mit anderen Nüssen "aufgefüllt" und beim Käse sieht es ganz ähnlich aus. Auch was den Preis angeht ist man, glaube ich mit selbstgemachtem Pesto im Vorteil. Allein schon weil man nur so viel macht wie auch gebraucht wird. Halbvolle Pestogläser die leider doch anfingen zu schimmeln, sind bei mir zumindest ganz oben auf der Liste der Lebensmittel die ich schon öfter entsorgen musste. 

Dicht gefolgt übrigens von Knoblauch, weil ich doch nicht so schnell die ganze Knolle/ das ganze Netz Knollen aufbrauchen konnte. Aber auch das ist vorbei! Ich habe nämlich vor ein paar Tagen endlich
Stephs confierten Knoblauch hergestellt. Jetzt habe ich immer Knobi parat, der nicht mehr ganz so scharf ist, den ich weder schälen noch schneiden muss (er lässt sich einfach mit einer Gabel zerdrücken) und der nicht mehr schlecht wird. Ihr merkt, ich bin richtig begeistert vom Knoblauch-Confit. Ihr braucht übrigens keine Angst zu haben, trotz den Unmengen an Knoblauch riecht man nicht mehr danach als wenn man ihn normal in einem Gericht verarbeitet. Aber dafür bei den nächsten Malen gar nicht mehr :)





Zutaten:
1-2 EL Pinienkerne
50-75g geriebenen Parmesan
1 confierte Knoblauchzehe und ein Schluck des Öls
1 Schluck Chiliöl
Basilikum (ca. 1/2 Bund)
100 ml Olivenöl
Salz und Pfeffer

2 Lachsfilets
Olivenöl
Salz und Pfeffer

1 guter Schluck Riesling
1-2 große Tomaten

Nudeln (Spaghetti, Tagliatelle oder Linguine passen besonders gut)

Zubereitung:
Als erstes das Salzwasser für die Nudeln aufsetzen. 


Die Hauptdarsteller
Nun wird das Pesto hergestellt. Dafür die Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne anrösten und auch wenn sich anfangs wenig tut, bleibt auf jeden Fall dabei! Die Pinienkerne wechseln wenn es soweit ist ruckzuck von angeröstet zu verbrannt. Ich habe währenddessen direkt daneben schon alle anderen Zutaten für das Pesto (Basilikum, Parmesan, Knoblauch, Olivenöl, Chiliöl, Salz und Pfeffer) in den Mixer gepackt und die Kerne direkt dazu gegeben. Dann wird alles püriert und fertig ist das selbstgemachte Pesto. Wer mehr Zeit und einen Mörser hat, kann das Pesto auch im Mörser zubereiten.

Dieses Pesto allein wäre schon superlecker zu Nudeln, als vegetarische Alternative oder wenn es mal noch etwas schneller gehen soll. 



Zwischendurch natürlich die Nudeln ins Wasser geben, sobald es kocht.

Das Pesto habe ich dann erst mal beseite gestellt und mich um den Fisch gekümmert: Dafür etwas Olivenöl in eine ofenfeste Form geben, die Lachsfilets mit Salz, Pfeffer und Kräutern nach Geschmack würzen und in die Form legen. Nun bei 200° für ca. 4-6 Minuten in den Ofen geben.

Zusätzlich zum Pesto gab es bei uns noch ein paar Rieslingtomaten zur Pasta. Dafür habe ich eineinhalb Ochsenherztomaten in Stücke geschnitten. Jede andere fleischige Tomatensorte oder auch Cocktailtomaten würden auch gut gehen. In der Pfanne von den Pinienkernen habe ich nun etwas Riesling reduziert und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Die Tomaten kommen dann kurz in die Pfanne und werden in der Rieslingreduktion erhitzt. Das hat dem Gericht am Ende noch mal eine schöne Frische und leichte Säure gegeben.

Die abgegossenen Nudeln im Topf mit dem Pesto und den Tomaten vermischen, auf Teller verteilen und jeweils das Lachsfilet darauf geben. Mit Parmesanhobeln bestreuen.


Guten Appetit!



Mittwoch, 15. Mai 2013

Für Steph: Blick ins Bücherregal

Heute gibt es nix zu Essbares, heute gibt es nur Lesefutter zu sehen.
Steph vom Kleinen Kuriositätenladen möchte nämlich einen Blick in unsere (Koch-) Bücherregale werfen, ein guter Anlass den schon länger anstehenden Umzug der Kochbücher von der Küche ins Wohnzimmer endlich durchzuziehen!
Meine Sammlung ist im Vergleich zu vielen anderen Bloggern sicher noch recht klein, die Wunschliste dafür umso länger ;-) 
Aber ich muss trotzdem zugeben, dass auch hier noch jede Menge Rezepte markiert und bislang ungekocht sind. Es ist also nicht so, als brauchte ich unbedingt noch mehr Kochbücher, aber das kennt ihr ja sicher.

Hier seht ihr das Wohnzimmerregal mit den zwei "Küchenfächern". Da meine Sammlung noch recht übersichtlich ist, gibt es keine besondere thematische Sortierung. Es geht mehr danach, welches Buch in welches Fach passt.


Davor steht mein Schaukelstuhl mit meinem Mädchenkissen. Ich mag diesen Platz so sehr, obwohl ich zugegebenermaßen viel mehr bei meinem Freund auf der Couch sitze und nicht allein in meiner Ecke.

Oben sind die kleineren Bücher und Rezeptboxen untergebracht, links sind die kleinen GU-Bücher. Insgesamt sind das wohl so meine ersten Kochbücher. Sushi, Muffins und die Nudelsaucen, damit fing alles an... 
Außerdem sind hier die Kochbücher die ich von Hawaii mitgebracht habe und das Dr.Oetker Grundbackbuch. Auch das gehört zu meinen ersten Kochbüchern.




Im unteren Fach sind die großen Kochbücher, mein Ordner mit losen Rezepten und zwei Stehsammler mit Kochzeitschriften. Die sind leider beide schon fast voll und ich werde mir da wohl bald schon wieder eine neue Lösung überlegen müssen... Besonders gern mag ich die "Lecker" mit ihren Sonderheften, da habe ich bisher in jedem Heft einige Rezepte gefunden die ich nachgekocht habe. Ansonsten mag ich das Jamie Magazin gern und, da ich gerade in Sachen Fleisch und Fleischzubereitung noch ordentlich Lernbedarf habe, die Beef. Ist zwar alles "richtig krass", "mit ordentlich Bums" und "echte Männerküche", aber wenn's um Fleisch geht, fühl ich mich da gut informiert. Die Sache mit der Quengelware an der Supermarktkasse funktioniert bei mir natürlich auch: So sind einige "Lust auf Genuss"-Hefte noch außerplanmäßig mit auf dem Band gelandet... Insgesamt kaufe ich seit ich mehr auf Foodblogs und im Hüttenhilfe-Forum unterwegs bin, auch viel mehr Kochzeitschriften. Was man hier nicht sieht, sind die vielen kleinen Stapel von Kochzeitschriften die sich wie Maulwurfshügel durch die Wohnung ziehen ;-)




Ganz besonders begeistert bin ich im Moment übrigens von Vegetarisch! Das Goldene von GU, aus dem ich schon Einiges nachgekocht habe, und von Jerusalem, dem neuen Ottolenghi, das ich zum Geburtstag bekommen habe. Hier gefällt mir besonders gut, dass es am Anfang eine kleine Einführung in die Geschichte Jerusalems gibt und dass auch zu jedem Rezept eine kleine Geschichte erzählt wird und man etwas zum "Drumrum" erfährt. Ich lese ja auch einfach nur so in Kochbüchern, da gefällt mir das natürlich sehr wenn mehr als nur das nackte Rezept drinsteht.



Ein weiterer Allzeit-Liebling und großer Helfer ist Der junge Koch. Die junge Köchin.. Dieses Buch ist soweit ich weiß, eines der Standardwerke für die Kochausbildung, also kein Kochbuch im eigentlichen Sinne. Für mich ist es aber DAS Nachschlagewerk in der Küche, wenn es um Grundsätzliches wie Fonds, Saucen oder Warenkunde etc. geht.



Den meisten meiner Kochbüchern sieht man übrigens an, wenn oft daraus gekocht wurde. Ich finde das aber gar nicht schlimm, ich mag es sogar fast wenn auf meinen Lieblingsrezepten ein paar Kleckse sind oder man hier und da noch einen Fingerabdruck oder Saucenspritzer auf den Seiten findet. Das ist nämlich nur in den Kochbüchern der Fall, die ich richtig viel nutze und sowieso mehr hergeben möchte.
Ich schreibe mir auch Anmerkungen in die Bücher direkt, damit ich Kleinigkeiten die ich verändere nicht beim nächsten Mal vergesse.
Bestes Beispiel dafür ist die hintere Seite des kleine GU Muffinbuchs:




So Steph, das ist also mein Bücherregal mit meiner Kochbuchsammlung.
Ich bin ja selber auch richtig neugierig, deshalb freue ich mich auch schon doll auf die Zusammenfassung des Events und die Blicke in die anderen Bücherregale.





Montag, 13. Mai 2013

Herzensangelegenheiten

Ein letztes Schmorgericht zu den Eisheiligen, bevor es richtig losgeht mit der Sommerküche.
Inzwischen ist es schon eine ganze Weile her, aber: Ich habe mich getraut!
Ich habe Herzen gekocht. Hühnerherzen um genau zu sein. Und was soll ich sagen? Es hat sich für mich wirklich gelohnt über den eigenen Schatten zu springen und mal was ganz Neues auszuprobieren. Das Ausprobieren neuer Gerichte, und Neuprobieren von Dingen die ich als Kind nicht mochte, gehört nämlich zu meinen "kulinarischen Vorsätzen" für dieses Jahr oder generell für die nächste Zeit. Gerade im Bereich Fleisch möchte ich nämlich, auch im Sinne der möglichst kompletten Verwertung des Tieres, die Teile probieren die ich sonst immer verschmäht habe.
Die geschmorten Herzen waren da auf jeden Fall ein guter Start, es hat uns beiden richtig gut geschmeckt. Entgegen unserer Erwartungen gar nicht wirklich nach Innerein sondern einfach wie intensives, festes aber trotzdem zartes Muskelfleisch.

Dazu gab es Schwarzwurzeln und Kartoffel-Auberginen-Püree.




Zutaten:
ca. 250-300g Hühnerherzen
Champignons
Hühnerbrühe
Rotwein

Kartoffeln
1 Aubergine
Milch
Butter
Salz

Schwarzwurzeln
etwas Knoblauchöl
ca. 100ml Sahne
ca. 50ml Gemüsebrühe
Salz
Muskatnuss


Zubereitung:


Zuerst müssen die Hühnerherzen geputzt werden, also die Venen und eventuell überschüssiges Fett entfernen, ich habe die Herzen dann noch halbiert. So sehen sie dann fertig zur Weiterverarbeitung aus:






 

Die so vorbereiteten Herzen habe ich in der Pfanne angebraten, dann Champignons dazu gegeben und das ganze mit Rotwein abgelöscht.
Nach dem Einreduzieren habe ich noch mal mit Hühnerbrühe aufgegossen und das Ganze bei niedriger Hitze schmoren lassen.






 

Beim nächsten Mal werde ich die Champignons so zubereiten wie Arthurs Tochter es hier beschreibt.
Ich weiß leider nicht mehr genau wie lange ich die Herzen geschmort habe, aber es hat locker gereicht um in der Zwischenzeit die Beilagen zuzubereiten.  







In unserem Fall waren das Schwarzwurzeln aus der Folie und ein Kartoffel-Auberginen Püree. Das Püree habe ich hier schon mal gemacht.
Für die Schwarzwurzeln aus der Folie gibt man die geschälten (Handschuhe nicht vergessen!) und in Stücke geschnittenen Schwarzwurzeln zusammen mit der Sahne, etwas Gemüsebrühe und den Gewürzen in ein Alufolienpäckchen und gart das Ganze für ca. 15 Minuten bei 200°.